Am Rot des Wassers, am Weiß
18. August 2008
1.
Eine Reise endet.
Straßen werden zu einem Berg
und die Berge weitgereiste Himmel;
dann durch ein letztes Zittern der Motoren,
durch den vorvorletzten Blitz
am Abhang:
Eine Reise beginnt.
(Vielleicht bleibt Wein ein Geheimnis!)
Ich werfe mein Wort an Land,
Wasser welken laubwärts –
nur die Ufer überleben …
Was hilft?
Mehr Mozart?
Schenkungen Schuberts?
(Wir werden uns Koryphäen erfinden!)
Weiß
sind hier drinnen die Tage aus Glas,
Weiß das Blut, das Feuer
Weiß.
Ich lege das Kinn in den Nacken,
Lippen an den zarten Krug –
und kippe.
2.
Dort draußen fallen Bäume,
die untereinander Erde waren,
und die langen Spuren der Sonne
wurzeln im Rot, im Weiß, inmitten.
Luft steigt durch die Blattbögen,
schon nimmt der Mond ab oder zu.
Der Abend: nichts wird er verraten …
Was hilft?
Wer reicht Minuten, Zimt,
schenkt Balsam und Hiersein?
(Wir werden uns Augenblicke erfinden!)
Rot, und das Gläserne wird voll,
dort draußen rote Beerensprache,
Rot der Kreis des Werdens,
Rot die Silben im Wasser,
immer wieder,
immer wieder,
bis wir uns ineinander begegnen,
in der Mitte, im Rot, im Weiß, begegnen –
und ein am Gaumen gurgelndes Lied
hebt sich zu Tränen im Mund.