Selbst wenn es mich nach einer unverweslichen
Wahrheit verlangen sollte –
was soll ich mit ihr anfangen?
– Albert Camus

1

Präambel.

In alten Kladden ein ungeschriebenes Wort.
Mond, ein ganzes Leben
ein Händedruck, ein ganzes Leben:
Ein Zahnersatz.
Namen im Futter
die vergehen mit dem Licht
Samen in Namen
die entstehen mit dem Licht

noch von Nebeln
von Rioja
gestärkt:

Marduk Echnaton JAHWE.
Organ. Ismus. Hirse
am Morgen. Abends alles Brei.
Um Mitternacht gehen die Krähen. Tauwetter
fängt schlimmere, bessere Zeiten.
Die Zeichen der Blüten versprechen: dass sie sein werden.

Also bitte keine Ess-Scham, kein
Untergehen venezianisch, nicht hier,
wo die Erde
noch nicht geschaffen ist, hier:
künftige Verwandte im Rost.

Nahtod Versalien Beyrouth.
I ve got 50 Cent
between me and starvation.
Wir befürchteten Tage
es kamen Befreite:

die Pole kappen tektonisch
das Nachschmelzen der Küsten hält an
von Pangäa über Elam bis ins Vorlausitzer Land
bis nach Gujarat und Sansibar
hält es an bis
zur Cowperdrüse Zierpflanze Kropf
das Jucken im Gras den
Magnolienstummel (hell).

Kreuzallergien. Quer. Winter wird. Das Nasse
im Teer. Sommer wird: Rosinenreife
und im Busch-Busch die Liebe.
Sexagesimales System:
Wenn die Erinnerung verschwunden geht
wenn nichts mehr übrig bleibt von alledem
was getan wurde
was wahr wurde
wenn ich endlich wieder
angelangt
nirgendwo ankomme. In
Chlorophyll. Ziffernblatt. Bionik
und Bier.
Der Wichse im Haupthaar.
Ankomme
als Radiowelle
als Chirurgischer Eingriff, Urversuppung
als nihilistischer Scherz als Deckmantel
der Hinrichtungen als ein
Fieberfassen des Blutes
eine Sehnsucht
in Samen.
:
Wenn du ankommst im Osten, wahrlich.
Wenn wir ankommen anämisch.
(Sprachgefüge, hier, und weiß auf beiden Seiten)

Euphemismus – Beginn, unaufhörlich.
Unaufhörlich das Kratzen im Hals,
Sinne, die nie mehr zu spät kommen,
oh Oogonie, brandwassergleich.
:
Kielwasser Fleischwasser Metawasser.
Der Tod führt zu Nichts führt zu Leben führt zu.
Das Leben führt zu Tod führt zu Nichts führt zu.
Das Nichts führt zu Leben führt zu Tod führt zu.
(quint. essenz):

Hämoglobin Nachgeburt Achat.
Vulkangestein, elle-
ktrisch, das Vorgehen
der Atomendprodukte
im Nukleus der Zeit.
Bis
mein vergilbtes Momentjahrzehnt
meine Hose unter knochigen Knöcheln
diese allseits erneuerbare Haut (4 Wochen)
aufersteht
und bis der Schierlingsbecher Flocken treibt
das Vieh verrauscht in den Kesseln
auf den Promenaden plötzlich Engel sich schwärzen
bis
wir aufgehen in Mohn und Salpeter
der Hybris einer Tsetsefliege
und wir Sterne
(nunmehr Anti-Myriaden)
deichseln
über hochkopiertes Himmelsblatt
den Mund wuchern lassen
den Affen ersetzten (primatös)
die Krypta schwängern und
das Ganze abermals nicht glauben
weil wirs weder sehen noch schmecken
und weil die Erklärung eine Forderung ist;
bis
das Fieberfassen des Blutes
den Mond ganz in ein Leben treibt.

Erklärung:
Ist schon Nacht
schon zersägt der Tag?
Anwesendheitsschrift:
hundert verwischte Punkte.
(Ein Kind verschluckt seine Mutter.)

Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom:
Wälder ziehen sich zusammen
das Sterben wird Blau.

2

Empireum

And where is the worst case scenario
when flowers are blossom to die?
(your pretty face is going to hell…)

Check: Allegro als Phonem.
Mein Personalpronomen: Köstlichrot.
Die Sonne spannt Sonnen, noumenale Dimensionen
AKWs, den Sing-Sang Abertausender. Ist artlastig da.
Gesocks Geschlabber Seelen-
fetzen, suchender Sohn eines suchenden Mannes. Äquilibrist

er färbt die Mücken, sie, Ein-
tagsultimatum. Färben,
als Untergang getarnt. Glasierte
Replik, die Wochen stenografisch.
Handeln wir´s aus!
Kosten wir Knechte!
Füllen wir Wein!
Neigen wir nun Obstbaumblätter
als stummes, ausgleichendes Scheitern:
Gott, lebenmittelgroß, in Ganglien
Glutamat und Gina
Wild.

Und in alten Kladden ein warmes Gedicht das
Straken der Köpfe. Und im Händedruck Endzeit.
Heißt es:
Golgatha oder Golgate?
Was ist der Unterschied
zwischen Lupinen und Latrinen
und was bedeuten Tachometer
Keilschrift
Ur?

Wonach sucht der neue Winter
in den Eisregennächten der Stadt
in blauen Baumkronen
in lautbaren Knochen
im Pulver des Tages?
Was genau suchen sie, die Jahre
die aufeinanderfolgen wie dicke Lungen
die sich unkenntlich machen mit Worten
welche sie selbst erfanden?
:
Vakanz der Leere
Fortschritt der Involution
das Aufsteigen talwärts –
Gedöns:
Der Gespons der Unterseewelten
Das Gespons der Überlandwinde.
Glagolitisch und binom, Kupfer fertil –
RNS. Absolution. Dekadenz. Und dass

wir da sind durch Lichteinschläge, du
aus den hellen Brombeerkacheln weißlich, ich
refraktär, ein Bleitier, Apotheose. Wir alle. Doch niemand

wird da sein
deinen Unkenlaut zu hören, niemand
begrüßt mich
halbvergessen im Tod, wenn wir über Epithele treten und öffnen;
niemand
hat je das Feuer erschaffen
hat je ein Rad angestoßen
hat´s je in Himmeln getrieben
ist je vom Erdenrand gerollt und niemand
wird wirklich Satt vorm Schlafengehen
niemand
schreibt zwischen den Zeilen
wird vorbeigehen am Gras
in den Mittelpunkt
der Welke.

Niemand, fortan. Außer uns. Nackt ohne Zeit.
Niemand außer. Zeit ohne Körper, ohne Ziel.
Nackt. Ohne.
Außer.
Was wahr ist, rückt den Stein von deinem Grab.

Zwischen Grundmauern Duft.
Weiß auf Rauchfahnen. Delirium. Blättern
des Mastdarms, Enzyklopädie der Erleuchtung:

A wie Salz.
Z wie Kokken.

Und vielleicht
sollten hernach treue Tränen herrschen
wo Lieder oft zu Mineralien werden
sich aufmachen in Gesetze
der Industrie der minusleeren Schalen
wo sie durch Gehöll und Härte
Asphalt mit stummen Federn stählen.
Vielleicht
zählen wir den Mond zu den Dingen
die bleiben, Sternkrater, bleiben wollen,
verknöchern, das All, wahllos,
in irgendwelchen Angeln. Und vielleicht

werden wir sein wie der Stein, der nicht vergeht,
der endlose Stein, der vergeht, du, ich, vielleicht eine
der vier edlen Wahrheiten, vielleicht
gerät es so zur Pause:
Tag und Nacht
Stimmen und Dunkel
Lilala und Artefakt
diese Gier nach Buchstaben
das Herabsteigen
in Flüsse.
Ära, Einzahl. Vielleicht.
Partisane Spermatogenese Sub.
From scratch (bitteschön):

Händedruck
eines vollen Lebens, der Mond
auf einem Astscheit. Straken der Köpfe, Geburten
für ein wahres, einziges Leben.
Schopi Ghose Agathokles.
Gassengichtfragmente, Hundejahre.
(Kronleuchtend, das Moos auf den Fettwangen.)
:
Und aus der Mülltonne
blechend unter Flammenzweigen
mit nassen Augen und den Bart
bis hinunter in die weiten Wasser der Erde
unser lieber guter Friedrich,
Saul und
Jeru
auf einen Gassenspruch
Pablo und sein Sohn Octavio
klaffende Stirn des Indus
und die weite weite Ebene
Kasachstans im Frühlingszeter. Im
Splitter. In Zahl, Arithmie. Im Gegenteil.
In Koksnasen Fatum. Im Fatum
nichts.
Gliom. Die weiße Tara. Alles
was bleibt, Hyanzinthenhufe erdwärts.

Die Welt ist tief
und tiefer als ihr Tag gedacht.
Snaan.
Rape.
Magenpflaster.
(Snaan.)
Nun appellieren – an Fisch und Schlacke
an Schatten beidhangig, Linon
und Kalk.

Gräber würzen. Zusammentrommeln
die Bagasche, sich fernen. Trommeln.
Om Nama Shivaja.
Blendendes Blau ist es
Blau wie ein Pferd
Blau sein könnte.
nachtBLAUneonBLAUNEUblau.
Om Nama.

Wie ein Lebstoff
Persönchen sein könnte.

Om.

3.

Redunanz

Der Fellache kämmt den Kaiser.
Flüsse stemmen die Zeit. Andromeda
wartet auf Spuren.
Silben apotropäisch. Ein Stövchen
reliefiert. Der Mars trägt Eis
und seine Felsen Poetik

ans nunmehr halbwegs feste Land.
:
Loki Kali Rasputin.
Dann magmatisch: Berberitze. Das Auftauchen
der Herzbeutelflüssigkeit, Ursprungsmultiversen
eine Sonne im ewigen Zyklus, morph.
Durch den Tod steige ich wie durch Licht, das auf-
gebrochene Brot
zündet Neem und Lymphe und fraglos
kommen wir zustande, verstärkt
durch Monoplasten.
Lieblichtrockensüß.
Lichttrockensüß.
(Lichtsüß)
Als Honig in Runen, das Begehren kambrisch. Roter Riese
in Leptonen in Granit-
koordinaten, als Chondrite
abermals.
Keiner stirbt am Tod, alle sterben wir am Leben.

ZNS:
Viele Augen hat der Tag und keinen Ausgang.
Pneu. Wallenstein. Beryllium. Unter-
flurhydrant, wenn er
bebt.
ZNS:
Neonrealität, Jhanas elliptisch.
Viele Augen hat der Tag und keinen Ausgang.
Blumen werden zu Blumen und Wälder
zu Dächern.
Zu Zahnreihen, Schnapskronen.
ZNS:
Gleichgewichtsorgan, ein Flammengleichnis.
Elemente weichen, pressen die Stirn
in atemlose Säfte – schön, grundlos, göttlich, grundlos.
Schön.
Hage-
butte. Urinieren ein Gebet.
Viele Augen hat der Tag. Grundlos.
:
Fraglos kommen wir zustande.
(Ich Du Wir, eine Wortschlacht?)
Lichtsüß und so.

Agni. Habenichts. Membran.
Und wenn
in alten Kladden
ein ungeschriebenes Gedicht entdeckt wird
ein nackter Vers in einem weißen Mond
und ich die leeren Stellen mit einer Vorerfindung fülle
von Myelin ablesend
von Ha-Ha-Higgs ablesend
und ich den Tag erfinde knorpelgliedrig
du die Luft erfindest eichenblattstark, wenn

die Sehnsucht uns treibt in Samen Erbschaft Dhal
eine Gier aus Buchstaben, Lettern:
Deine Erzählung
wird die Meine sein
deine Gesichter wachsen auf meiner Haut gehen
durch meinen Blutstrom (unseren Blutstrom)
schleifen
durch meine märchenlange Zuversicht
ihren goldzeitlichen Rahmen und fallen
und fallen und fallen
kerbenlos
solar
in medias res
fallen
wie der Satz des Gehirnfiebervogels
aufrichtig
hinter das Versagen
der Nanosekunden.
The body calls it death
the heart remorse.

Wie viele Zahlen kennt wohl ein Tag?
– nur Häuser aus Holz und Stroh! Nur Lungen
auf Grundeis. Ein Winter
sind wie viele Menschen, Frühlingskonsistenz
wie lange schon?
Es (eine Sprachfügung) sucht und sucht und spürt in den Reben
das leise Erzittern seiner Wiederkehr, künftig. Und nun:
wo hinein und wo hinaus
wenn die Gegenwart fort-
geht in ihr Irgendwo, hier? Wenn ich
am Leben hafte wie jemand, der sein soll?
:
Nemesis. Amber. Montauk.
Mondlicht in Garagen.
Gras wächst.
Proteine sterben.
Gezeiten rücken heran.
Was sein soll…

Die vertrockneten Vögel
wählten unsterbliche Haltungen.
Dann sind es Plasma, Hülsenfrüchte
laktosefreie Chromosomen, leb-
hafte Substanzen, Azurrenkraut
die Hörner hämmern bis ins Morgen hinein
die nicht da sind a priori:
Lebowski Schubert Kathmandu
bis in die Gruben der Wohlfahrt den Speck
der SoldatInnen die Zermürbung
in Kellerschlossromantik.

Zustandekommen, synkretisch. Ruptur
des fieberfassenden Blutes
noch über seinen Wahnsinn hinaus.
Zerfall der Stille.
Was werden wir atmen
pausenlos?

4

Panoptikum

Ich gehöre der Fruchtbarkeit an
und werde wachsen solange die Leben wachsen.
Bin jung mit Torf und Benzin.
(…werde Vulva, Schneearkaden, Neocork!)
Bin rein mit der Reinheit des Cellos
und Kollibrizeiten im Beet, im Beat.
In Masturbation.
Theorien zur Mittelhirnhaube.
(Ein Klanghaar verebbt.)

:
Himmel und Hölle
Wasser und Stein:
Zehntausend Dinge!
Nicht die Zeit vergeht, du vergehst.
Palingenesis – Das letzte große Sterben
wie ein roter, dummer Mond.
Zieh an!
Meine Geburt wird eine Bartenplatte.
Deine ein Baum, erneut;
geboren werden wir einander
zu Verfolgern und Brot.
Zu Licht-
Bruch-
Stücken.
:
78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, Spuren
von Kohlendioxid, Wasserdampf und Edelgasen. Edel-
gasen! (Zieh!)
Kammärdiastole. Herbztsystole. Kamin.

Ex nihilo nihil.
Sehnsucht treibt uns in Samen, Liebe
wird ein Sinusknoten.
Immer.

3

Redunanz

Zerfall der Stille.
Was werden wir atmen
pausenlos?
:
Out of the earth-bound womb
a great story is born.
Meine Erfindung wird ein Tintenschatten, Ozon, ein Straken
der Köpfe, türmt Gedanken, Fliederfrüchte, Grundbau-
steine für ein Halleluja: Klimbim
auf den schwarzen Tasten, den weißen.
Linden, kunstvoll unter Tage, Linden
hören durch Erdkrusten hören ero-
gene Zonen, zittrige Landmassen, das knorrige Ausatmen
der Erythropoese.
Jedem
der es wissen will, verraten wir die Struktur
unserer Säuren-Basen-Disposition
des Jedermann-Wunders:
Dass man da ist.
Dass man grundlos da ist.
Dass man volkstümlich stirbt. Dass.

Die Farben werden Knallgrau werden Jasmin
gehen im Kreis
wanken im Irrlicht
im Kerzenspitzengelborange
im Feuer-Feuer, sacken
ein.
Zerlaufen in Luft. Steine wirbeln ins Rückgrat.
Der Ruf zurück. Akromegalie
ist ein Herdentier, Wahrnehmung inter-
punktiert. Auf dem Rhythmus des KopfSteinPflasters
ein kleines Gedicht:
Anattavada.

Gedanken, die schlaflos sind und weit
wie der Gang der Zeit durch die Stunden.
Bildungsfern
das Kranichmuster im Wind
die eine Stimme der eintausend Stimmen
Treppenhaustauben
die man wegwischt im Vorbeiziehen –
und ich schaffe mir Raum in den Lüften
zerbreche daran
dass es gut ist. (Ein-
heimisch.)

Pumpernickel Amöb Elektro. In
Goldadern Viskose. Kein Leben ohne Rumgemuskel.
Kein Denken an geköpfte Blumen, celestrisch. An Silberscheide
und Neutrinos –
(Begeistert vom Wunder des Daseins
verlassen die Wunder das Dasein.)
:
Das Gedächtnis der Erde
vollbringt jahreszeitlich und stur
den immergleichen Wurf des Werdens.
Schon nimmt der Mond ab oder zu.
Was der Ahne wusste
und der Abkömmling vergaß:
Bald ist wieder irgendeine Uhrzeit.
Das Nichts führt zu Tod führt zu Leben führt zu.
(Du, eine Vorerfindung, ich, in articolo mostio)

:
Fast unmöglich
die Dachsterne der Welt
fast unmöglich
das Absacken elysäisch
und der Wind
der Welten wechselt
die Ölung des Bleches, der Swami auf vier Beinen,
Mutterkuchen perlmuttfarben, der Fingerhut
kathartisch; schwelende Feuer auf Plastik, im Crescendo
der babylonischen Sprachen.
Bili. Rubin. Mudra. Heftig
treibt es die Äcker entzwei. Das Summen
von hässlichen Straßen und schönen, Archäologie
der Befreiung:

Minus mal Minus gleich Plus.
(Ein sonniger Weg führt hinter den Maulbeerbäumen vorbei.)
Liebkosenmüssen. Asphalt ginstert. Wattiert
stehen die Menschen Vorhandenem vor, geboren:
Als Potential. Verstärkt. Reinsein
und Glas, alles ab-
zahl-

bar.

Issa Pranami Erasthosthenes. Vielleicht ich
der den Himmel blaut und die Ähren dahinzieht, apokryph
und du mit einem starken Wort: Legebatterie.
Doch womöglich
ist es nur Fieber, das unser Blut fortjagt
im Homo-Habilis-Homonid, womöglich
ist das Geräusch, das ich beim Leben mache
der halbgeschnittne, narbige Mond
ein Summa-Summarum, Antagonist.
Womöglich
gibt’s Ventrikel und sonst nichts. Giebeln
der Singularität, Sonnenwind archaisch.
Und Samenhänkel, neoplastisch, eine
wahre Erde ein Pünktchen Kosmos
und Vergänglichkeit in hohen Flammen:
womöglich müssen wir nicht gerettet werden
und durch das Menschsein gehen medailliert
(wiedergeboren in Quellen)
(ohne Sinne beisammen)
(verheizt durch Leydig-Zwischenzellen)
und uns berühren in Sirup im Rückstau Pfhysales
hermaphodit, berühren dort, im Schweiß
und im Staub im farbigen Verlangen, wo-
möglich berühren und fortgehen, wo, im Bewusstsein
und im Kehrricht/Edikt unserer vergangener Leben
dort: im Dämmerlicht, das die Katzen anspringen…

Es flattert wie gefallenes Glück
ein Stern und weist seinen Bruder:
eine Leere Seite.
(Grüne Welle flüstert auf.)
:
Und wenn ich in alten, schwarzen Kladden
und ungeschriebenes Gesicht entdecke
einen nackten Vers, einen schwangeren Baum
(dem die Früchte Gedanken mondfern herabbiegen)
und wenn das Fieberfassen des Blutes
Mandelstrom wird und quellt und stetig quellen wird
der Zahn sich aufreiht in ein neues, banales Leben;
wenn Namen entstehen im Licht.
Wenn das Licht sich dreht, (nie) ankommt.
Was dann?

:

2

Empireum

Blau wie ein Bikarbonat
Blau sein könnte.
lapisBLAUlavendelBLAUlichtBLAU
Om Nama.

Dies Koan lautet:
Wie ein Lebstoff
Persönchen sein könnte.

Om.

Heiligtum aus Blattgrün aus Licht: in diesen Adern
rollt durch mein Leben dein Blut, un-
erlöschbar einen neuen Kreis, verhält, bricht, omt
den minuziösen Ablass (die Stulle), vergeblich
aus gravitativer Naivität – höhlt ihn, bläut ihn, zerbeißt
zwischen Geist und Raum die machtlosen Wortfetzen, zerstiebt -
Raues, endoplasmatisches Retikulum:
Wir Du Ich, (eine Sprachschöpfung), ein gerader
dicker Furz, ein Synkopenbogen, weit-
gespannter, ein Anderes ohne Ortszeit ohne Getöse
ein Zufälliges (= Mitose)
wie Schupfnudeln.
:
Blaubeerbecken. Purpurtraktate. Satori plus.
Wang Wei: auf schneeverkupptem Berge.
(Und darunter Bass aus den Wiesen.)
Why should i mourn
The vanished power of the usual reigns?

In seiner Zeit verlangt der Affe
nach Strom. Palaver
und Pimmel.
IPS. Weißes Schloß mit weißem Pimmel:
der Tempelgang im Tag darauf
war gestern schon ein Ultimatum.
:
Hier: Keine Kleiderharken. Kein Refugium.
Dienstag Mittwoch Sonntag – wo denn?
Felsgestein der Butterblume. Ansichten
aus Glas, Gewissen. Kirschkern, dezentriert. Ying
anhand von Gedanken, eine Zelle Glutwarmes. Wo?

In Pfützen weitere Sonnen.
Ein kranker Löwe aus Licht.
Noch überlegt der Stein

wie alt er werden möchte (dort), wie voll von Brokat
sewagleich, wie ein Umträger, Ragtime – etwas
das Nerven überdauert!
(Wer ist der Mann, wer Frau?
– Ein Topf voll Sperma und Luft…)

Eingeweide kopieren. Milch flüssigt, Zimt. Ledereisen
synchron. Cranium dickt. Die Zukunft

wird ein Wasserstoff, Weizen
wird fröhlich aufgehen in Tauben und du
– Entgegenkommender, Reptilsymbiose –
wirst lesen den Wein, buchstabieren die Zahl,
unsere Lippen werden sich öffnen
und uns vorauseilen wie Klee, eine Klaviatur
in Sterngrenzen, Anti-
thesen abermals.
Punkt. Anorak
und Theravada. Punkt. Armaranth
katzbuckelnd, eine Gier aus Buchstaben:
Morgen
werde ich dich
immer wieder vergessen haben, Morgen
schrauben Archipele an Grundböden, zermartern
Zygoten; federnde Patina, reformuliert:
Quark-Gluon-Plasma, Soße des Glücks,
ein einfacher Wurf, zurück, wo denn?

Und außerdem: regnet´s schon?
Vergeht das Tischbein
in seine rührende Momente, die
Erhabenheit?
Gab es etwa
soundsoviel
in seinem Augenblick kopfüber
und im Dogma seiner Reife, seines Zerfalls?

Katafalke Drehverschluss Iris.
Du bist dieses Land.
(Wir sind dieses Land.)
Wir sind
diese unendgültige Form, Achse, Wunde.
(Ich bin dieses Land, un-sagbar.).

Thalamus Goldmund Primärsymptom.
Im Brotlauf schlafen Äcker. Das gute alte
Rein-und-Raus-Spiel. Wunde –
unsagbar.

Und die leeren Kladden voller Blut, ein Zahnersatz
himmelhochjauchzend, ein Händeabdruck
ein halbes Leben, das Hinstraken
Betons.
(Betongrotten a mass.)
Ein Same verwässert das Kommende
Engel begleiten den Flusslauf, Wasser
kehren heimwärts.
Im Pfortaderkolben platzt Wind, mahnt:
Das warme Endglied die Toten.

Seltsam, alles, was sich bezog,
so lose im Raum flattern zu sehen.

Das Meer schließt.
Pommes Dauphine.
Und weg.

1

Präambel

Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom:
Wälder ziehen sich zusammen
das Sterben wird Blau.

Bum-Bum im Kopf, auf Leder-
garnituren, Scheitelpunkten, Om.
Und nach mir – der Versteiger.
Und nach dir – ein Vomhalshalten. Schon
in der ersten Atemzugstendenz
entstehen Massen ohne Zweck.

Embrace:
Integral Supra Holistisch. Grünholzfraktur.
Persona non grata, palpabel, transkribiert,
und nochmals veröffentlicht
als Aprikosen-
Marmeladen-
Brot.
:
Die Organe funktionieren, dann verschleißen sie.
Mitraya Phryne Makulatur.
Weil du bist: Habitat, nüchtern.
Weil ich sein werde: Konfabulation.
Weil wir abtreten amphibisch.
Weil.
(Un-sagbar…)

Jetzt: Eine Wüste, Klangberührung, Sommererkältung.
Galaxien hasten sich entgegen, kaligraphiert:
Das Lachen der Mädchen
flussaufwärts.
Rosenstämmig der Lotus, Farben, voll im Belag.
Gedanken, die um ein zufälliges Nichts kreisen
das Fieberfassen den Blutes, kreisend.
Tag, hügelnd und leer
eine schnellvertane Ewigkeit
niemals offen in ihrem Geschlecht –
niemals ganz
auf diesem Gesicht, auf jenem.

Jetzt ein Sternbouquet im Nachdunkeln des Solls!
Juxtaglomerulärer Apparat, ein Mitteilung im Sand.
Jetzt.
Weil.
Ein Gott
löschte das Licht in den Früchten.

Nicht, dass wir nicht wären! – bloß
gibt es uns nicht.
Alliterationen:
Neue Namen nennen, den Haselnusshauch.
:
Und so nennen wir dich Wulst, Gewohnheit
das Rotbluttreiben orchestrierend, nennen
uns – in der Zwischenstrecke aus Mond und Morgen –
ontologisches Affenwort, Aschengeflüster, Osmose,
(du gehörst der Gruppe der Alphadingsda an)
ich nenne dich Minuserbsenhirn und Dampf
nenne mich Schmetterlingswand, Fort-
pflanzungsquote
und Deleatur.
Flauschiggrün, episch.
Null.
Nenne
den Synapsenbottich sanguinisch
nenne es Stahl und Jetzt und Nimmernichts –
und wir werden uns jene Namen merken, die wir erfanden
gehirnvoll, vortrefflich: dass man sich ereignet
als Elementarzuckerteilchen, Lichtblitz, Zauber, ent-
rückende Ferne, Sesam, obgleich.
Ereignen
im Erkennen von Klaviersonaten
im Abnehmen des Zehennagelbettes
im Stau zwischen Schulterblatt und Futonfaser
ereignen
ob jeglicher Wahrheit…

Form ist Leere, Leere ist Form.
:
Allnebenherzig, das absolute Aussterben von allem.
(Weil wir, potenziert, diese Namen erkennen)
:
Holz atmet. Sopran atmet. Lippenstift atmet. Immer
geht alles verlängert zugrunde.
Was sieht das Auge, wenn es sich selbst erblickt,
was fühlt der Daumen, wenn er sich selbst berührt?
– Wenn die Zeit sich krümmt, bin ich nicht da
und du eine Sehnsucht des Randberbersteines, du:
zärtlich-klares Rachenläuten
dein Geschmack ein Kinderlachen, ich:
nur Antlitz im Kleekranz, im Wind, Apostroph, wir:
die Jedermann ähnlich sehen
und Niemanden.
Wo eine Stimme sagt Bist du da und eine andere antwortet Bist du da

Luft. Röhren. Schnitt.
In Psalmen wird’s spät.
Kaum atmet Ingwer, die Leber ruinös.
Körper kennen keine Richtung.
(Laut rufen die Lebenden ihre Namen)
Ankommen: Insekten mit dehnbaren Gliedern.
Wolkenstoff Edelstoff Suchtstoff, dunkeln:
Immer Asche, immer Neu.

Kollaborateur, Sendling: festen Harz unter den Füßen.
Ich, Dionysos, du, eine Silbenmähne.
Was immer wir träumten:
schläft es halbwegs?

Ein Anderes, ja, ein Neues, nein. Ecco:
Nur Gegenwart, orgiastisch. Und
auf Asche dann.
Und in schmalen Kladden dies weitgereiste Wort
Mondlakai, ein ganzes Leben
ein Schweißabdruck, ein ganzes Leben:
ein Zahnkranzersatz.
Namen in Kernkraft
die vergehen mit dem Licht
Namen in Samen
die entstehen mit dem Licht

noch von Nebeln
von Knospen
gestärkt.

2 Responses to “Der Salzgeber”

  1. Sternenschnuppe Says:

    Du bist ein wahrer Salzgeber – ein Würzer,der durch die Worte die er findet und hat, das umliegende Leben erfasst – damit gleich gibt (sogar teilt), was so kostbar und wertvoll ist, wie alte Märchen belegen – Salz ist KOSTbar, läßt das Essen schmecken, macht fades zu leckerem – bringt Würze – läßt Töchter die wahres Glück und Reichtum im Salze liegend kennen von ihrem königlichen Vätern mit nur Sinn für faktisches verbannen.
    Du bist ein wahrer Salzgeber – der Salz in offene Wunden streut – der weiß wo gefühlt und gefragt wird und diese wie ein Spiegel in Bilderworten einem jedem der gierig deine Zeilen liest,entgegenhält.
    Schauer über die unerfahrene Haut, Seelen erzittern und ein Menschenkind kann nichts anderes als einfach und pur – ohne wenn und aber fühlen. Ohne zu verstehen warum, wie genau, wodurch oder wielange. Dann fängt das wiederholte Lesen an – näher an eine – an die Wahrheit?! Vergegenwärtigung mit deinem Gedicht – Du schenkst Auszeit. Zurückbleibt ein Gefühl ohne zu wissen warum, wie lange, wodurch, was sprichst Du im Innersten an? Aber das ist das schöneste am Sein und Dasein – fühlen – dann bist du Da, dann lebst du, dann bist Du!

    Dafür Danke Du Salzgeber


  2. Thanks because of this important article. Being a enthusiastic buddhist, relaxation specialist and Yoga lover, I really adore the total amount of power you’ve set into this article. Found it throughout Google hence I actually hope, others will find it as worthwhile as I do.


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