Rainer Maria Rilke:
Wenn es einmal irgendwo einen Schaffenden gegeben hat ( und ich rede von den Schaffenden, weil sie zu den Einsamen gehören ) der in Tagen unsäglicher Sammlung die Welt eines Werkes schuf, kann es sein, daß dieses Lebens Fortschritt und Ferne uns verloren gegangen ist, weil die Zeit seines Werkes Gestalt zerschlagen hat, weil wir es nicht besitzen? Spricht nicht vielmehr die sicherste Stimme in uns davon, daß der Wind, der in dem werdenden Werke war, über seine Ränder hinaus gewirkt hat auf Blumen und Tiere, auf Niederschläge und Neigungen und auf die Geburten der Frauen?
Wer weiß, ob nicht dieses Bild, diese Statue oder jenes vergangene Gedicht nur die erste und nächste unter vielen Verwandlungen war, die des Handelnen Kraft im Augenblicke ihrer Verklärung vollzog?
Die Zellen entlegener Dinge haben sich vielleicht nach den entstehenden Rythmen geordnet, der Anlaß zu neuen Arten war da, und es ist nicht unmöglich, daß wir anders geworden sind durch die Macht eines einsamen Dichters, der vor Hunderten von Jahren gelebt hat und von dem wir nichts wissen.
Oder giebt es jemanden, der im Ernste meint, eines Heiligen Gebet, der unsäglich verlassene Sterbetag eines Kindes oder die Einzelhaft eines großen Verbrechers könnten so zergangen sein wie ein Ja und ein Nein oder wie der Lärm einer Türe, die zufällt?
Fragment von den Einsamen, 1903
28. Juli 2008 at 17:15
WORD – Alter – Word!
15. Februar 2009 at 20:27
hi dennis,
gefallen mir gut deine ausflüge über das leben, den hauch der vergänglichkeit und das wunder in der gegenwart…..und deine transparenz hier auf der seite ist sehr einladend, schön das du das mit dem WIR in uns allen teilst, merci.
die idee dich in auroville nochmal zu sehen, war ein
vertrautes empfinden und sorry wenn meine anrufe zuviel waren….so grüße an peter von mir and so long, smile catrin