Ostseebad-Psalm-17a
31. Oktober 2008
25.10.08.
Der Autor liest Auszüge aus seinem neuesten Gedichtzyklus „Damm – das Arschmuskelgedächtnis“ in der Schifferskirche zu Ahrenshoop, die später als berüchtigte „Branntlesungen“ in die „Analen“ des Ostseedorfes eingehen werden. Nicht im Bild: Sanddornpunsch, Bürgermeister, www.dammbruch.de, ausrastende Gemeinde, McCain.

Von Bäckershand…
19. Juli 2008
Iran, Irak, IAK – die neuen Beitragssätze sind da!
9. Juli 2008
Bald ist es soweit: Endlich wird eine amikanisch-israelische Koalition mit ihren Verbündeten, den Samoa- Inseln und Puerto Rico, den Iran in Schutt und Asche legen – jeder weiß, dass solche Pläne seit Jahren keine Pläne, sondern altgebackene Tatsachen sind, die nur auf den richtigen Zeitpunkt warten, verwirklicht zu werden. Aufzuhalten ist dieser Krieg nimmermehr, und übrigens will auch kein Land in Europa den Iranern das zugestehen, was im Rest der Welt Gang und Gebe ist, nämlich Nuklearenergie.
Die Mullahs und Muftis mögen allesamt eine Riesenscheiße zwischen den Hemisphären sitzen haben, jedoch bleibt es nachzuvollziehen, dass dieser Grad der Fremdbestimmung in jedem Menschen, mag er noch so fiesfotzig denken, Abscheu und Demütigung hervorruft. Man stelle sich vor: Pakistan mache Polen klar, dass es nicht will (sagen wir aus ökologischem Prinzip), dass dort Autos schneller als 120 Kmh herumflitzen – während zwischen den Ausläufern des Hindukush und der Wüste Thar vergnügungsgeile Karachianner ohne Tempolimit den halben Wüstestaat umpflügen.
Saddam Hussein hätte, bei aller Nichtliebe, das völkerrechtliche Diktatorenhochrecht besessen, vor dem Krieg, der einfach mal so gegen sein Land geführt wurde und ihn an den guten alten Galgen brachte, die USA bei den Vereinten Nationen anzuschwärzen und mit einem Präventivschlag zu drohen – immerhin weiß jeder Schussel, dass das blutrünstige Regime in Washington – welches mit flächendeckender Zensur und hauseigener Medienpropaganda das eigene Volk schon seit über 850 Jahren geistig in die Knie zwingt und sich nicht scheut, zum Nutzen eines weiteren, großverdienenden Krieges tausende seiner Bürger an nur einem Tag gnadenlos dahinzumetzeln – allerlei Massenvernichtungswaffen gebunkert und kerzengerade Drohungen massenweiße über den Äther geschickt hat. Ein Brief des „Irakian Stallion“, wie S.H. hinter vorgehaltener Hand im Weißen Haus genannt wurde, hätte demnach so ausgesehen:
Sehr geehrter Herr Annan,
Sie wissen, ich bin kein guter Kerl, vielleicht war das die miese Erziehung. Immer Schläge, Sutren, Hahnenkampf. Aber das soll hier mal keine Rolle spielen. Es geht um mein Volk ( Irak ). Hier leben viele Menschen, deren Leben von imperialistischen Marktstrategien auf den seidenen Faden gestellt wird ( ich hoffe, ich habe korrekten Gebrauch von diesem Sprichwort gemacht, dass ich mal in einer Bagdader Oben-ohne-Bar aufgeschnappt habe; auch wir kennen also westliche Werte!).
Wir werden massiv bedroht. Wir haben Beweiße, dass die USA Massenvernichtungswaffen besitzt und gewillt ist, diese gegen unsere friedvollen, gottesfürchtigen Einwohner einzusetzen.
Bedenken Sie bitte: Die Amerikaner haben sich als einzige Nation dieser Welt nicht davor gescheut, Atombomben(!!! = krass!) gegen unschuldige Zivilisten einzusetzen – wir leben in großer Angst vor diesem Dämon, der keine Skrupel zu kennen scheint. Präsident Bush ( eine scheißdumme Marionette, der nicht mal meinen Schwanz von einem Monumentalmonument unterscheiden kann, ich weiß, aber trotzdem, zu irgendeinem muss man ja Präsident sagen …) hat wiederholt mit einem Angriff auf unser bunt-sommerliches, von weißen Palmenstränden umkränzten Land gedroht, öffentlich, vor allen Leuten. Sogar seine Frau weiß davon.
Wir befürchten eine Katastrophe. Sie müssen dem irakischen Volk helfen, sonst wird man bald in Bagdad keinen Fuß mehr vor die Tür setzten können vor lauter sinnloser Gewalt. Also: Töten Sie diesen Drecksack. Braten Sie seine Eier. Löschen sie seine Familie ( Jeff, Jeb, Joseph, Daddy ) einfach aus, bevor, bevor …
Tränen der Angst und der Verzweiflung ersticken meinen Schreibfluss. Ihnen, Her Köfte Annan, sei hiermit bezeugt, wie … und vielleicht wird ja doch noch ein guter, ein erhabener Mensch aus mir. Denken Sie mal drüber nach.
Herzlichst,
Ihr Saddam H.
(Den Silberkoffer samt Inhalt sollten sie als ein Gegenstand meiner Wertschätzung betrachten – gönnen Sie sich mal was.)
By the way: www.irakpornanie.ik. Bin ich auch drauf, dritter von links, Altherrenschnauzer, Lederstiefel, Korsett, volle 35 Minuten
Das sind Worte, die leider nie geschrieben werden. Also: Afghanistan Irak Iran, da gehört bald (mit dem „verbündeten“ Pakistan) zwischen dem Heiligen Land am Mittelmeer und dem anderen Heiligen Land, Hindustan, alles zur Krone –so, wie es eben sein sollte.
Und so wird jetzt bald eine Nation, bis an den Hals bestückt mit allen qualbringenden ABC-Waffen dieser Welt (die sie ununterbrochen global einsetzt, um zu morden und abzuschlachten) einem kleinen ausgetrockneten Pissland – bewohnt nur von Datteln und Gelbsucht – am anderen Ende der bekannten Welt, für das sich normalerweise kein Arsch interessieren würde und das kaum genug Reis, dafür aber zweidrittel aller vorhandenen Ölreserven besitzt, sagen, dass es nun endlich reicht. Es wird ihm das verbieten, was es selbst seit Jahrzehnten praktiziert. Es wird dann dort mit dem guten Recht gebombt, dass der andere sonst (wahrscheinlich) bomben würde.
Wir dürfen, ihr nicht.
Klar, dass dies selbst einem Mahmud Ahmadinedschad, „Die Kralle“, der sonst mit Logik und gesundem Menschenverstand nicht viel anzufangen weiß, irgendwie meschugge vorkommt. Leider reiht sich auch dieser Mann in die Kette derer ein, die, nachweißlich gänzlich ohne menschliche Gefühle und altruistische Absichten, schon immer im Namen irgendeines Volkes die Schicksale des Planeten auf den schwächelnden Schultern trugen und nicht aufhörten, von den Untergegeben auch noch gewählt und wiedergewählt zu werden.
Krieg als größte Wirtschaftskraft; für alle, denen dies sauer aufstößt:
Menschen sind (noch) keine heiligen Wesen. Sie sind Tiere.
Dummheit (Religion), Macht (Religion), Gier (Christentum), Mord und Totschlag (Religion) und Essen-ohne–zu-kauen-einfach-so-Herunterschlingen können nur ausgemerzt werden, wenn es den Menschen in seiner jetzigen Beschaffenheit nicht mehr gibt, sprich, wenn er sich zu einem Dasein transzendiert hat, welches vom heutigen average citizen eben so sehr entfernt ist wie der heutige average citizen vom Homo Erectus. Das wird dauern.
Und bis dahin wird man am selben Tag, an dem in einem französischen Atomkraftwerk flüssiges Uran austritt und das Trink- und Grundwasser verseucht, deklamieren, man halte an der prima Atomenergie fest, sei ja alles kein Problem und sogar: gut fürs geschundene Klima.
Es ist nun mal so: Es braucht große, fast unermessliche Katastrophen, dass der Mensch etwas lernt: bis er nicht vollgas in der Scheiße sitzt, ohne Möglichkeiten, einfach weitermachen zu können wie bisher, wird er nichts zum Besseren wenden. Also:
Her mit den Kriegen, her mit Atomwaffentoten, her mit Überschwemmungen, die Hunderttausende das Leben kosten, her mit den neuen Hartz-4-Gesetzen, her mit der Pest der Cholera mit Prostatakrebs, her mit verhungernden Kinder, karrt sie tonnenweiße an – es hilft ja sonst nichts. Her mit der gnadenlosen Aufrüstung, es kann nie genug sein. Waffen, einfach mehr Waffen, punkt. Her mit Chemie, her mit den Lebensmitteln, an denen wir verrecken. Her mit Feuer. Zerbomben: um dann was besseres zu bauen (Nietzsche).
Für jeden gutplatzierten Bombenteppich fliegen bei mir Abends die Sektkorken; die Evolution wird beschleunigt; Leid, das gute alte Leid, ratzfatz ausradiert. Nun.
Damit dieser Bericht auf einer heiteren Note endet:
Was ist Grün und stinkt nach Scheiße?
– SV Werder Bremen.
Und gute Nacht.
