Beziehungsende Reloaded 4
27. Oktober 2009
Im dritten
Im zweiten
Im ersten Stockwerk
noch immer die Schreie, die Krämpfe
draußen
noch immer
die Schreie, Krämpfe.
CERN, Kurs in Physik:
Am Anfang
war alles Strahlung
die instabil wurde.
Daher die Dinge.
Daher die Schreie.
Daher die Krämpfe.
Daher also
der Mund
und das nicht zu
gestaltende Wort.
Klassik
6. Oktober 2009
Wasser zu den Himmelsmonden
und der Sonnenstrahlen Herr!:
Ein festes Selbst in diesem Leib
ach wenn es Wirklichkeit doch wär.
Doch das, was ist, das zeigt sich nie,
die Wolken – waren Industrie!
Klassisch bricht mein Gleichgewicht
das All merkt sich Gesichter nicht.
Gehen, wie man immer geht,
sich schlafen legen ohne Welt.
Vor dem Bruch mit deiner Erde
den letzten Rest die Stille hält.
Hemisspähre, dropped
6. Oktober 2009
Herbst. Keine Zeit
für Gedichte. An Mauern
dunkelt´s organisch
die letzten Farben setzen dir zu.
In großen Senken
bewegt sich die Welt
bewegt sich
Laut-laub
bewegt sich.
Gegen alle Absicht
bricht
Ast um Ast
zeichnen
lange Lider
Ast um Ast
zeichnen
Ast um Ast
dich
gegen
alle Absicht.
Wenn, wenn es
4. September 2009
Wenn es einen Satz, wenn es ihn gibt:
Das Menschliche zu ende bringen.
Auch Farben wie rot oder Kalk
entstanden aus nichts.
Knochen vorab, gen Tierurschnellen – lahm
liegt man zuberge.
Aus Wassern, den einen,
ist Kerngrund entstanden; aus Wassern,
bergend, stammen
die Kräfte.
Falls es ein Wort gibt: Fürwahrmachen.
Die Machbarwerdung
von Feuer und Tag.
Zu ende, zu ende:
Das Licht in den Zellen.
Hain
18. April 2009
Als wären
wirklich
Rinde und Stein
als wären
sie dort, wo sie binden,
im Wuchs.
Planetentrift
als würden sie kommen, ankommen,
zugunsten.
Hergesagtes, nein, Felsen-
schrift, nein,
nur eine Ahnung, Bildversprechen,
ein Fingerzeig erdwärts,
von Wort zu Wort ohne Ziel
ohne Ahnung, getan:
so als wären
ja wären
ziellos die Leben
belanglos das Sterben;
die Planeten echt
ohnegleichen.
So als würden
– käme man nah –
die Wälder entrastern.
Wirklich, wirklich
das Licht.
Wirklich die Masse
die es anhebt
und unentrinnbar der Stein
auf seiner Kelle zur Welt.
Das Universum (Universum?), stramm,
vergisst sich um Ziffer und Satz.
Was wir lernen
lernt sich im Schatten
weiß sich im Lichtkern
vorhanden.
Ja.
So als wären, tiefer,
die Edlen am Werk.
Noch
1. April 2009
1.
Das eine besitzt einen Klang, das andre
besitzt einen Klang. Stein,
der noch nicht gesprochen hat.
(– Ein Wiedergesprochnes…)
Lungen-
luft, in sich
lauern die Welten auf Gott
zahnt es zu Wille und Gas.
(Wir hielten die Stille. Die Stille hielt uns.)
2.
Was noch im Weltenwuchs verband:
als vage Grenze zwischen den Leben,
wie eine kleine Heimat zwischen Hitze und Brot,
das auf-
strebende Licht.
Keime gibt es
und Aas.
3.
Lichtgedanke, wir wissen´s,
und die Luft ist kein Ding ist ein Rätsel; der Himmel
kein Himmel. Noch
fühlen drunten, mickrig, die Zellen die Welt.
(Gegen, entgegen, ent. Wir
hielten die Stille…)
4.
Ein Nichtaufhören voller Blutrot und Stein.
Ein Wiedergesprochenes.
Flattern, aufflattern, auf.
Was die Welt noch nicht wusste
als sie Blau ward, entgegen:
dass wir dort waren, immer,
unter Nessel und Ring
und warteten.
Was war
26. Januar 2009
Was war, waren Welten.
Der Blumendrang, Kahn der Zeit. Mitschrift.
Blumenzeit, allen voran …
Lippen kau-
geblaut. Die Luft vervielfacht
das leise Aussprechen der Stirnlaute,
für was die Welt in mir war, uns war, wurde:
Das Ende der Sonne wird kommen, Baum.
Das Ende der Winde wird kommen, Gehirnfiebervogel.
Das Ende der Zelle, protonengestreckt, wird kommen,
ich, du, uns beide, für uns beide
allein.
Mitschrift.
Blutblau.
Weltenbaum.
(Vergessen …)
Und wir besaßen woanders ein Leben,
besaßen Tauwerke wundergleich. Mondwasser,
Haben noch in den Tiefen der Nacht –
deutlich
liegen wir dort.
Das Ende der Erde, der Leere, wird kommen, Lied.
Was wird, waren Welten.
Naehern
12. Dezember 2008
Ein Wellenmaß nähert, erinnert sich dieser
einen fremden Stunde Blau – inwärts
fährt es in Welten, wie lange?, wie lange
haben die Münder, die Strophen,
uns Silben geliehen fürs Hersagen Aller, halten
die Wortklappen?
–
Dass wir dort sind beim Wasser, bei Wahrheit,
beim heilig Zugeronnenen – mit den Augen, Blau,
mit den Händen, Schwere, mit
der Zunge:
sprich es: wie lange bleiben wir endlos
eingestreut, Bug um Bug, Silbe um Silbe, darinnen?
Was weiß
der dem Boden zugeknöcherte Sand
in seiner ganz-und-gar-nicht-Form?
Blauwelle, Zeitding, Satz –
Ein Ungesammt nähert, erinnert.
?
5. Dezember 2008
Es wurde bekannt. Es
lag als Sternenpaar als Stern
vor Mondgelicht und allem Durst; Wasser,
das einlief, Wasser, das fortlief,
Nachtgewässer, unbekannt –
lag im Dauerdunklem schlafgeschlossen,
ging aufrecht, zyklisch, griff
nach Morgenröten uneinnehmbar,
spähte, nahte, schwieg – wie es
fortsichstoßend übernahm –
unter dir, unter mir, tief.
Hell wie Lipide
verbarg es. Nahm es
nicht die Namen, es nahm
nur Wunder, hoch
in sich.
(Wir drängen den Raum. Wir nennen die Dinge.)
Unbekannt
treten wir über. Längst taggefleckt,
begehbar.
Erster Winter, ISMUS
21. November 2008
Schnee
in vielen Armen. Seitlich
erreicht uns
der Aufschlag des Windes,
gräbt sich zu Blut, unter. Zeit
kennt den Grashalm noch heute.
Bekennendes Licht –
Übungsraum, wie vollzogener Klang, wie:
ein Porenguß einwärts.
Glück
dauert. Eine nasse Wiese. Kristallinhand.
Der Gänseruf drüber. Das Nichts,
belippbar, das
Alles.