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Dennis Freischlad, Germarath, und Mattia Borghi, Italien. Musik: Jeremie Bastard, Frankreich.
Premiere am 15. 10.08 im Kunstkonsum, Tacheles, Berlin, tolles volles Haus. Bilder folgen.

I AM TOO

21. Oktober 2008

Der Text zum Film, viel Vergnügen…

Hier oder dort, verlassen an einer weißen Wand und gefroren zwischen den kommenden Leben, dort, wo wir uns in unseren Teilen zusammenfügen, wo in einer Nanosekunde Milliarden Blutblättchen eingehen, fortgehen, wiederkehren, wo dort draußen Pflanzen nicht in Erfüllung gehen, aber vielleicht ein gut lesbares Stück Aluminiumspäne, hier, wo nicht mal das Seiende braucht, was da ist, und winterlange Chromosomen ungeschminkt zur Sonne wachsen; wo schwarze Materie, dunkle Materie, ein Rausch der Materie eine flache, dumme, zygotische Materie sich im blonden Wasser des Todes verkeilt, wo?,
wenn Tage gelingen ohne Gewesenes, wo im Buntgrau in Gezeiten Gesteine Getiere, wo im Wohlwollen prähum, posthum?
Die Welt, wirklich bewohnbar?

Und ich glaube nicht mehr an Chlorophyll, an Fibrin. Nicht an Nachgefasstes, nicht an die Verbollwerkung des Lebendigen, wo denn?

Ist das möglich, ein leerer Raum, in dem nichts geschieht, ein leerer Raum voller Hautabschürfungen, Plasmaexsudate, ein Raum voller Instinkte und Saft und Exekutionen, himmelshohen Kanten?
Womöglich war unsere größte Angst, geboren zu sein, ein Ausgleich, eine Umverteilung, geboren in Kreidezeit, Blütezeit, anämischer Zeit, eine Bilderbuchzeit, solange dort oder hier, wie das All Kontinentalstoffplatten verschiebt und vollkommen da ist, wo es von keinem gebraucht wird, da ist für Minusgrade und Purpurepiloge, für Ginster und Liebe und eintausendmal Liebe, für auslaufende Zellen und eintretende Föten, woanders zeitlos, im Stein potenziert im Gewebeschatten verflüssigt, hier oder jetzt oder gestern oder vor 15, 76339632 Milliarden einfach so vergangener Jahre?
Wo, in Zeitlichkeit, Gleichzeitigkeit, der Halbwertzeit von Eisenträgerrost?

Das leise Aufsteigen der Lilien: bewirkt es, bewirklichkeitet es Desoxiribonukleinsäure?

Wenn alles auf Elektronen basiert, die in 11 oder mehr Dimensionen gleichzeitig existieren, woran sterben dann Zivilisationen, Molekularpartikel, Eisregennächte, und wo?
Neonduft Neonraster eine Neongewissheit, Verschiebungen in das neue Beet des Frostes, der Raum drängt sich in Teereste und Kalk, stets verlassen wir das, was sterben muss, und genau dort oder hier beginnt das Nachfetten der Haut, wurzeln die offenen Zahnhälse einer Gazellengattung und der anhaltende Wille der Sternenräume, zu knappen, zu fliehen.
Und ich warte das etwas wird von all dem, das mich umgibt, dass mich eine Sinneseinheit festigt eine Veranlassung formt, und dass die Lippen, die mich doch noch verlassen, zu den Flussläufen gehen und schweigen; dass ich das Aussterben der Arten erwidere und in der Befürwortung dieser abwesenden Landschaft Satz finde, Namen finde, Involution finde, Fremdgelassenheit finde, wo?
Eine ausgelesene Welt?

Herz-pump-kraft. Phänomenologie eines Zugvogelsseins, abends werden die Muskeln sauer. Ist Magensäure, ist Plastik ein Wunder?

Wenn selbst das Hiersein nicht wahr ist, so hat es nicht sein sollen.

Wo könnte es wirklich vorhanden sein, wo in Betablocker, im Kalben, im Sympathikus, Parasympathikus, wo?, das Anspringen eines Heizboilers, das Nachdunkeln, Wegschneisen, Nachadern, das Soll und das Kann und das Salzwerden, das Übergehen, das Hinabreifen, das Hagebutten und Höllen und Nimmerlanden, das Niemalsfortgehen, das beständige, reaktionäre Kacheln der Blutendbestände, eine Nachträglichkeit, das Ineinanderfassen der Schamhaare, das ebene, vorgezogene Scheiten der Baukappilare und der Kieselsteinworte, eine Johannisbeereinheit, Genesis, Dopplereffekt, Wasserminiaturen und Laub und Luft und Lederbecken und abermals Liebe und tausendfach falsches Leiden, Tatsachen, die wir nicht nicht bestimmen nicht beweisen können, das Bruderherz in Eisensulfat, in den Niederungen der Obstkoordinaten, im Tau, im Tauwetter, im Taublau, das Blaupausen, Nacheifern, Urversuppen, das ein kleines bisschen Mehr im großen ganzen Weniger, eine Quantenkonstruktion, eine Fabel, Nachgewissheit, ein bezahlen von, eine Erkenntnis:
dass wir immer alles sind, und doch nichts, das Realität nur eine Vorstellung ist, eine Sprachgelegenheit, ein Begleitetsein der Welt, eine Empfängnis, Symposium, eine wohl-fühlbare Vibration.

Wenn die Zeit sich krümmt, bin ich nicht da; wenn die Erde nachwächst in einen Haufen absterbender Sterne, bin ich da, nicht da, eine Investition in das Mögliche, eine Habseligkeit, ein Kratzer, ein Licht, wo denn?

BLU

15. Juli 2008

Nicht wirklich Teil eines Literaturblogs, und dennoch: dies darf man einfach keinem Menschen vorenthalten. Ein Genie bei der Arbeit. Watch it!

I am

13. Juni 2008

http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=25620726 .

Ein Kurzfilm, den ich zusammen mit einem italienischen Freund, Mattia Borghi, im Jahr 2007 in Ferrara gedreht habe. Gibt es auch in einer italienischen Fassung. Deutschlandpremiere hat der Film erst letzte Woche gefeiert, wo er im Rahmen einer Brotkunst-Austellung  mit einigen meiner Gedichte in Berlin präsentiert wurde. Leider ist die dargebotene Qualität nicht die Originalversion, es bleibt aber dabei: ich fahre mit einem Fahrrad durch Ferrara :-)

Angucken

3. Juni 2008