Kein Wort

21. Dezember 2009

Kein Wort gibt es
für das Leben dahinter –
nur sprachloser Schnee
in deinem innersten Winter

keine Erde tut sich dir auf.

Alles sitzt tief, alles sitzt lang
im Haus aus gläsernem Schweigen.
Lässt Ideen in Formen, und sieh:
selbst heilige Namen sich neigen.

Keine Erde tut sich dir auf.

Und du atmest wie du es immer getan
es gehen die Lichter dir weiter.
Dieses Mal Anfang und dieses Mal Ende
seit jeher dein stummer Begleiter –

blaue Erde tut sich dir auf.

actus fidei, 30

7. Dezember 2009

1.

Auch das
ein Leben:
Das Rauschen der Gasetagenheizung
wie ein heranrollendes Meer
in einer Nacht aus dunklem Regen
langsam
dem gestalteten Land zu.
Ausbauendes Material, sich
gegenfließend, Gewichte von Haut, Blut-
kreisläufen, Gewichte von Zahlen und Torf.
Gewichte.

(Fragen, noch immer:
Sinkt die Welt, schwebt sie, hat
sie sich lieb?)

2.

Was bleibt
wird Unumkehrbares sein.
Wie Laublaut, wie Ur:
einer sperrig kargen Gegenwart
lächelt man Lichtjahre voraus.

(Nun?: Trinkt die Welt, nährt sie, frißt
sie sich auf?)

Atem und
der Gang durch blaue Stunden.
Wahrhaft, dann wahrhaft
blütenweise Ding um Ding
zeitlose Kraft
man selbst darinnen
das ist es
mehr nicht.

Berlin, 07122009

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