Unvollendete Anthologie, 27
7. September 2008
Und der Dichter nimmt die Worte
ab, wirft sie in den Gegenwind
läßt sie sich drehen
versteinern;
dann beißt er sich durch.
Er wird die Namen runterreißen
Namen alle Namen
und setzt sie neu aus Südwestwinden
presst sie in den Leib des Sandes.
Vermutlich sollte er sein Schweigen
mit Demut fassen und darüber
lupenreine Himmel bauen
– den einen oder anderen Keim
bereits ersticken in Gedanken
das Tagesmark aus seiner Kladde
als Leber in den Backstein pflanzen.
Doch der Dichter nimmt die Worte
und wird die Namen runterschlucken
als rollende Gefährten
als Kratzen im Hals
und kein Gegengift
dagegen.
7. September 2008 um 15:59
Und wenn der Dichter dann noch diesen Eigentitel ablegt, kann es auch schon losgehen mit dem schreiben.
10. September 2008 um 10:57
Worte, die sich drehen,
mit dem Winde verwehen,
Worte annehmen, die kommen,
schlucken – manchmal auch spucken,
Kratzen im Hals oder ein Kloß.
Ja, was ist das bloß?
Dieses Gefühl, mit Worten hantieren zu müssen, ob man will oder nicht.
Du hast hier ein gutes Gedicht.
Gegengift wäre nur: Nicht mehr denken und das wäre fatal.